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Zu befürchtende Folgen des Klimawandels für Europa

Die Financial Times berichtet heute über ein Dokument, das auf EU-Ebene diskutiert wird und die möglichen Folgen des Klimawandels für Europa beschreibt:

Under both scenarios within a decade some 11,000 extra people a year could be dying from heat while rising sea levels cause damage worth billions of euros, it warns. Further into the future, a 2.2°C temperature rise would see almost 29,000 extra people a year dying in southern Europe from 2071. In the north, 27,000 would die from heat but 20,000 lives would be saved from the cold.

...

The ocean would acidify, hitting fish stocks. Fish would also migrate northwards. Droughts and floods would be more severe. The cost of a flood in the Danube basin, as suffered by Hungary a few years ago, could rise 19 per cent. An extra 240,000 people would be affected.

Wenn es den Schäubles und Wiefelspützes tatsächlich um die Sicherheit der europäischen Bevölkerung ginge, sollte man diesen Themen vielleicht mehr Aufmerksamkeit widmen.

 

8.1.07 20:33


Das Etikett Verschwörungstheorie als Stimmungsmacher

Interessant ist, das manche Ideen sofort und konsequent als Verschwörungstheorien bezeichnet werden, andere jedoch nicht. Wenn jemand behauptet, westliche, "demokratische" Staaten würden Attentate und Anschläge fördern, beauftragen oder bewusst in andere kriminelle Machenschaften verwickelt sein, wird diese Behauptung von den großen Medien reflexhaft als "Verschwörungstheorie", gerne verbunden mit dem Attribut "krude", abgetan. Über Tatsachen wie Gladio, die solche Ideen nicht so weit hergeholt erscheinen lassen wird in der Regel gar nicht erst groß berichtet. Beispiele für diesen Reflex sind natürlich die Anschläge vom 11. September. Auch die Behauptungen von Milosevic, er werde vergiftet, sind natürlich Verscwörungstheorien: "Für Verschwörungstheorien hat der überraschende Tod von Milosevic auch am Montag viel Stoff geboten", schreibt die Süddeutsche am 14.3.2006. Selbstverständlich wird eine Vergiftung als Todesursache später ausgeschlossen.

Erstaunlicherweise wird jedoch über die Behauptung des verstorbenen Litwinenkos, er sei von dem russischen Geheimdienst vergiftet worden, berichtet, ohne dass das Wort "Verschwörungstheorie" verwendet wird. Wäre es um eine Behauptung gegangen, in der die CIA verdächtigt worden wäre, hätte man mit Sicherheit nicht lange gezögert, der Behauptung dieses Etikett anzuhängen. Sind die Russen die Bösen, sind möglicherweise merkwürdige Behauptungen aber einer seriösen Berichterstattung zugänglich. Allein durch diese Art der Darstellung wird unsere Wahrnehmung entscheidend in eine Richtung geprägt.
25.11.06 12:00


Festgenommener "Terrorhelfer" -- konspirativ geschult, per Chat gefasst?


Mutmaßlicher Al-Qaida-Helfer in Hamburg festgenommen


Der 36-jährige soll der Nachrichtenübermittler für einen der Verschwörer vom 11.September gewesen sein. Verdächtige Chat-Sitzungen brachten die Ermittler auf seine Spur.
Die Bundesanwaltschaft hat in Hamburg einen mutmaßlichen Unterstützer des internationalen Terrornetzwerks al-Qaida festnehmen lassen. Der 36-jährige Kieler marokkanischer Herkunft soll Selbstmord-Attentäter für den Irak rekrutiert haben und auch Kontaktmann des Hamburger 11.-September-Verdächtigen Said Bahaji gewesen sein.

Gegen den Festgenommenen wurde Haftbefehl erlassen, teilte die Karlsruher Behörde am Samstag mit. Die Ermittler hatten Chats im Internet überwacht.... "Er (Bahaji) weiß, dass er - um seinen derzeitigen Aufenthaltsort weiterhin geheim halten zu können - nur über Nachrichtenmittler, die in konspirativem Verhalten geschult sind, Kontakt mit seiner Ehefrau aufnehmen kann."


Also, ein in konspirativen Verhalten geschulten Nachrichtenübermittler tauscht seine seine Ideen in einem Chat so aus, dass die Polizei sie mitlesen kann? Hat die Schulung bei der Volkshochschule Gelsenkirchen stattgefunden? Ich dachte immer, die Jungs von Al Qaida seien Profis... zumindest wurde es uns immer so verkauft.
9.7.06 20:00


Starke Reduktion meiner Blog-Aktivitäten

Aus Zeitgründen bin ich gezwungen, das Schreiben eigener Beiträge vorerst weitgehend aufzugeben. Vielleicht werde ich hier noch sporadisch einen Beitrag veröffentlichen.



Ich danke allen Lesern. Ich habe mich über Euren Besuch gefreut.
6.8.05 12:38


Pentagons neue Geheimarmee für verdeckte Operationen in den USA

Hier ein Hinweis auf einen interessanten Artikel von Eric Margolis. Auszüge:

Last week, the respected former military intelligence analyst William Arkin revealed a hitherto unknown government directive, with the Orwellian sobriquet `JCS Conplan 0300-97,' authorizing the Pentagon to employ special, ultra secret `anti-terrorist' military units on American soil for what the author says are `extra legal missions.' In other words, using US soldiers to arrest or kill citizens at home, acts that have been illegal since the US Civil War and are a grave violation of the constitution and tradition....

Equally worrisome, the Pentagon's new `black' warriors will not be supervised by a normal military chain of command or some degree of Congressional oversight, as were CIA combat teams. These irregular forces will draw into their ranks rabid ideologists, uniformed bounty hunters, and Bible Belt mutants wearing t-shirts proclaiming, `kill em'all, let God sort'em out.' These militarized thugs and video arcade Rambos are sure to run amok, commit serious crimes, and drag America's once good name ever deeper into the mud.

Anyone who doubts this should look back at the wars in Indochina and Central America, where some US special forces, CIA combat teams, mercenary units and local allies engaged in wide scale murder, torture and dealing in opium and cocaine. The `black' forces run by Pentagon neocons and Crusader Boykin will largely operate outside of the control of the top brass, bypassing the chain of command under cover of secrecy and `need to know.'




Aber keine Sorgen. Das sind selbstverständlich alles nur Verschwörungstheorien.



20.7.05 13:00


Berichterstattung über Londoner Anschläge: Wie tief können eigentlich die journalistischen Standards

Es folgen ein einige Extrakte aus Berichten über die Ermittlungen zu den Londoner Anschlägen. Soweit nicht anders gekennzeichnet, stammen die Extrakte aus der Süddeutschen Zeitung.

Es ist nur als skandalös zu bezeichnen, wie unkritisch die Medien offenbar halbgare Ideen der Ermittler als Sicherheit verkaufen, sich um Widersprüche und Ungereimtheiten nicht kümmern und am nächsten Tag ohne weitere Erklärung eine völlig andere Story zu verbreiten. Bis Beweise vorliegen, wäre eigentlich Vorsicht angebracht, bevor Schlüsse gezogen werden. Und ein bißchen Skepsis gegenüber möglichen politischen Absichten der beteiligten Gruppen (Ermittlungsbehörden, Geheimdienste, Politiker) wäre angebracht. Doch nichts dergleichen. Da arbeiten doch viele Blogger seriöser.





Die These von einem Selbstmordanschlag wies Polizeichef Blair zurück. Fachleute gehen inzwischen davon aus, dass Zeitzünder benutzt wurden. (9.7.)

In der britischen Hauptstadt leben zahlreiche Islamisten, die von den Behörden lange Zeit unbehelligt blieben. (9.7.)

Police and security agencies say they are now almost certain that they are not dealing with a suicide bomb attack. (11.7.), BBC

Die ersten beiden der mindestens 52 Todesopfer der vier Bombenanschläge wurde

am Montag offiziell identifiziert.(12.7.)

Britische Medien spekulieren, dass Ausführende des Londoner Anschlags Einheimische waren, selbst wenn Ausländer die Hintermänner sind. The Times berichtet von einem Dossier, gemäß dem Tausende al-Qaida-Sympathisanten auf der Insel leben. Es gebe 16000 Terrorunterstützer, bis zu 3000 Anhänger hätten Trainingscamps von al-Qaida besucht. Es sei nahezu sicher, dass die Attentäter gebürtige Briten seien, wird ein Sicherheitsexperte zitiert.(12.7.)

Fünf Tage nach den Anschlägen von London haben Fahnder die Attentäter offenbar identifiziert. Wie der Leiter der Londoner Anti-Terror- Einheit, Peter Clarke, am Dienstagabend mitteilte, ist auf den Aufzeichnungen einer Überwachungskamera zu erkennen, wie die vier Attentäter vergangenen Donnerstag um 8.30 Uhr mit dem Zug im Bahnhof King?s Cross in London ankommen.(13.7.)

Ein Attentäter sei sehr wahrscheinlich bei der Detonation in der U-Bahn zwischen den Stationen Aldgate und Liverpool Street ums Leben gekommen, sagte Clarke. Dies müsse noch endgültig von Gerichtsmedizinern bestätigt werden...An den vier Tatorten hat man Clarke zufolge Spuren persönlicher Sachen der mutmaßlichen Terroristen gefunden....Fingerabdrücke auf den Resten des Sprengsatzes, der in dem Doppeldeckerbus explodiert war, hatten die Ermittler zu einer Gruppe pakistanischer Einwanderer in der Gegend von Leeds geführt. (13.7.)

Police investigating last week's bomb attacks in London say they are deeply concerned about the 'cleanskin' nature of the four suspects they believe carried out the attacks. A mounting trail of evidence suggests four British nationals of Pakistani descent were responsible for the bombings, which killed more than 50 people. All four were captured on closed circuit television at King's Cross station on the morning of the attacks wearing rucksacks. The four have been described as 'cleanskins', meaning they were not known to British security services. (13.7.) ABC News

Die Selbstmordattentäter trennen sich. Um 8.42 Uhr besteigt der erste Terrorist in King?s Cross eine U-Bahn der Circle Line in Richtung Liverpool Street. Um 8.50 Uhr explodiert die Bombe zwischen dieser Station und Aldgate. Um 8.43 Uhr steigt der zweite Attentäter in die U-Bahn der Circle Line in Richtung Edgware Road ein. Der Sprengsatz detoniert um 8.50 Uhr.(14.7.)

Dass Sprösslinge britischer Einwanderer zu Selbstmordattentätern im eigenen Land wurden, ist für die Briten der Schock nach dem Schock. (14.7.)

Der vierte mutmaßliche Selbstmordattentäter von London ist identifiziert: Nach Angaben der Polizei vomDonnerstag handelt es sich um Lindsey Germaine, der in der Grafschaft Buckinghamshire wohnte und in Jamaika geboren wurde. Die drei anderen, die zwischen 18 und 30 Jahre alt waren, stammten aus der nordenglischen Stadt Leeds, hatten pakistanische Wurzeln und kamen in England zur Welt. (15.7.)

Britische Polizei: Selbstmord-These bei Anschlägen in London nicht erwiesen. Die britische Polizei hat nach eigenen Angaben keine endgültigen Beweise dafür, dass die Londoner Attentäter bei den Anschlägen sterben wollten. Scotland-Yard kommentierte damit einen Zeitungsbericht, nach dem die mutmaßlichen Täter möglicherweise die Bomben nur an ihr Ziel bringen und dann fliehen wollten. Unter Berufung auf Geheimdienstinformationen schreibt der "Sunday Telegraph", die Hintermänner hätten womöglich nicht riskieren wollen, dass die Attentäter gefaßt würden und dann eventuell alles verrieten. Deshalb hätten sie eine frühzeitige Detonation der Sprengsätze geplant. Die Täter selbst hätten Parktickets und Rückfahrscheine gelöst, was dafür spreche, dass sie versuchen wollten zu entkommen. (Deutschlandfunk, 17.7.)

LONDON (Reuters) - Police have not yet definitively established that four men who carried bombs on to London's transport network intended to die in last week's blasts, a Scotland Yard spokesman said on Saturday. He was commenting on a report in the Daily Mirror newspaper suggesting the bombers, who all died in the July 7 explosions, may have thought they had time to get away after planting the devices. (16.7.) Yahoo News




Waren es Selbstmordattentäter oder nicht?

9.7.: Es waren keine Selbstmordanschläge. Man geht von Zeitzündern aus. Das sind beides Aussagen, die nicht vorläufig, sondern recht sicher klingen. Die SZ berichtet über islamische Hassprediger in London, ohne dass es belastbare Hinweise dafür gibt, dass Islamisten hinter den Anschlägen stecken.

14.7.: Es wird ohne Relativierung von Selbstmordattentätern gesprochen, ohne dass erklärt wird, wie man das so genau sagen kann. Schließlich waren zwei Tage vorher erst zwei Opfer identifiziert. Das gibt Hinweise darauf, wie zerstört die U-Bahn-Wagen und die menschlichen Überreste sein dürften. Es wird auch nicht begründet, wodurch sich innerhalb von fünf Tagen die andere Auffassung ergeben hat.

17.7.: Vielleicht waren es keine Selbstmordattentäter.



Wie wurden die Attentäter identifiziert?

Angeblich führten Fingerabdrücke von der Bombe zu ihnen. Warum gibt es überhaupt Fingerabdrücke auf der Bombe? Mit Latex-Hanschuhen sollten sie doch vermeidbar sein. Und wenn die Attentäter "clean skins" waren, also polizeilich noch nicht erfasst, wie konnte man ihnen dann die Fingerabdrücke so schnell zuordnen?
17.7.05 16:40


Orwell's Welt rückt noch ein bißchen näher

Glaubt man den amerikanischen Sicherheitsbehörden, zeichnen sich die Al Quaida-Terroristen durch eine hohe Professionalität aus. Das klingt plausibel, schließlich haben sie am 11. September ein nahezu perfektes Verbrechen begangen. Noch keiner der Terroristen (es dürfte ja eine Operation gewesen sein, die mehr als die angeblich 19 Hijacker umfasste) wurde wegen der Anschläge rechtskräftig verurteilt.

Aus dem Report Of The Joint Inquiry Into The Terrorist Attacks Of September 11, 2001

"Discovering and disrupting al-Qa'ida's plans proved exceptionally difficult, however. Details of major terrorist plots were not widely shared within the al-Qa'ida organization, making it hard to develop the intelligence necessary to preempt or disrupt attacks. Senior al-Qa'ida officials were sensitive to operational security." (p. 6)

"As the 1990s progressed, it became clear that Bin Ladin's terrorist network was unusual, although not unique, in its skill, dedication, and ability to evolve." (p. 196)

"Operational security. Terrorist manuals and training emphasize that operations should be kept secret and details compartmented. Communications security is also stressed." (p. 197)

Wenn also Communications security eine so hohe Bedeutung genießt, sind die Terroristen wohl Experten in trade craft, den ausgefeilten Verhaltens- und Kommunikationsprotokollen, so wie sie auch von den Geheimdiensten verwendet werden. e-mail-Verschlüsselung, anonyme Mailserver, Mixminion dürften zum täglichen Brot gehören. Ganz im Gegensatz zum täglichen e-mail-user, der davon noch nie etwas gehört hat. Doch genau durchschnittliche e-mail-Schreiber wie Du und ich, der meint, seine banale Kommunikation dürfe ruhig abgehört werden, dürfte das Opfer der geplanten sehr umfassenden neuen Abhör-, Lausch- und Speicherattacken werden, welche die europäischen Sicherheitsbehörden wohl demnächst gegen ihre Bürger -- sorry, gegen die Terroristen -- starten werden. Darüber berichtet Rabenhorst sehr ausführlich. (Wieviele Attentate müssen noch kommen, bis wir alle mit elektronischen Fußfesseln versorgt werden?)
15.7.05 17:01


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