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Berichterstattung über Londoner Anschläge: Wie tief können eigentlich die journalistischen Standards
Es folgen ein einige Extrakte aus Berichten über die Ermittlungen zu den Londoner Anschlägen. Soweit nicht anders gekennzeichnet, stammen die Extrakte aus der Süddeutschen Zeitung. Es ist nur als skandalös zu bezeichnen, wie unkritisch die Medien offenbar halbgare Ideen der Ermittler als Sicherheit verkaufen, sich um Widersprüche und Ungereimtheiten nicht kümmern und am nächsten Tag ohne weitere Erklärung eine völlig andere Story zu verbreiten. Bis Beweise vorliegen, wäre eigentlich Vorsicht angebracht, bevor Schlüsse gezogen werden. Und ein bißchen Skepsis gegenüber möglichen politischen Absichten der beteiligten Gruppen (Ermittlungsbehörden, Geheimdienste, Politiker) wäre angebracht. Doch nichts dergleichen. Da arbeiten doch viele Blogger seriöser.
Die These von einem Selbstmordanschlag wies Polizeichef Blair zurück. Fachleute gehen inzwischen davon aus, dass Zeitzünder benutzt wurden. (9.7.)
In der britischen Hauptstadt leben zahlreiche Islamisten, die von den Behörden lange Zeit unbehelligt blieben. (9.7.)
Police and security agencies say they are now almost certain that they are not dealing with a suicide bomb attack. (11.7.), BBC
Die ersten beiden der mindestens 52 Todesopfer der vier Bombenanschläge wurde
am Montag offiziell identifiziert.(12.7.)
Britische Medien spekulieren, dass Ausführende des Londoner Anschlags Einheimische waren, selbst wenn Ausländer die Hintermänner sind. The Times berichtet von einem Dossier, gemäß dem Tausende al-Qaida-Sympathisanten auf der Insel leben. Es gebe 16000 Terrorunterstützer, bis zu 3000 Anhänger hätten Trainingscamps von al-Qaida besucht. Es sei nahezu sicher, dass die Attentäter gebürtige Briten seien, wird ein Sicherheitsexperte zitiert.(12.7.)
Fünf Tage nach den Anschlägen von London haben Fahnder die Attentäter offenbar identifiziert. Wie der Leiter der Londoner Anti-Terror- Einheit, Peter Clarke, am Dienstagabend mitteilte, ist auf den Aufzeichnungen einer Überwachungskamera zu erkennen, wie die vier Attentäter vergangenen Donnerstag um 8.30 Uhr mit dem Zug im Bahnhof King?s Cross in London ankommen.(13.7.)
Ein Attentäter sei sehr wahrscheinlich bei der Detonation in der U-Bahn zwischen den Stationen Aldgate und Liverpool Street ums Leben gekommen, sagte Clarke. Dies müsse noch endgültig von Gerichtsmedizinern bestätigt werden...An den vier Tatorten hat man Clarke zufolge Spuren persönlicher Sachen der mutmaßlichen Terroristen gefunden....Fingerabdrücke auf den Resten des Sprengsatzes, der in dem Doppeldeckerbus explodiert war, hatten die Ermittler zu einer Gruppe pakistanischer Einwanderer in der Gegend von Leeds geführt. (13.7.)
Police investigating last week's bomb attacks in London say they are deeply concerned about the 'cleanskin' nature of the four suspects they believe carried out the attacks. A mounting trail of evidence suggests four British nationals of Pakistani descent were responsible for the bombings, which killed more than 50 people. All four were captured on closed circuit television at King's Cross station on the morning of the attacks wearing rucksacks. The four have been described as 'cleanskins', meaning they were not known to British security services. (13.7.) ABC News
Die Selbstmordattentäter trennen sich. Um 8.42 Uhr besteigt der erste Terrorist in King?s Cross eine U-Bahn der Circle Line in Richtung Liverpool Street. Um 8.50 Uhr explodiert die Bombe zwischen dieser Station und Aldgate. Um 8.43 Uhr steigt der zweite Attentäter in die U-Bahn der Circle Line in Richtung Edgware Road ein. Der Sprengsatz detoniert um 8.50 Uhr.(14.7.)
Dass Sprösslinge britischer Einwanderer zu Selbstmordattentätern im eigenen Land wurden, ist für die Briten der Schock nach dem Schock. (14.7.)
Der vierte mutmaßliche Selbstmordattentäter von London ist identifiziert: Nach Angaben der Polizei vomDonnerstag handelt es sich um Lindsey Germaine, der in der Grafschaft Buckinghamshire wohnte und in Jamaika geboren wurde. Die drei anderen, die zwischen 18 und 30 Jahre alt waren, stammten aus der nordenglischen Stadt Leeds, hatten pakistanische Wurzeln und kamen in England zur Welt. (15.7.)
Britische Polizei: Selbstmord-These bei Anschlägen in London nicht erwiesen. Die britische Polizei hat nach eigenen Angaben keine endgültigen Beweise dafür, dass die Londoner Attentäter bei den Anschlägen sterben wollten. Scotland-Yard kommentierte damit einen Zeitungsbericht, nach dem die mutmaßlichen Täter möglicherweise die Bomben nur an ihr Ziel bringen und dann fliehen wollten. Unter Berufung auf Geheimdienstinformationen schreibt der "Sunday Telegraph", die Hintermänner hätten womöglich nicht riskieren wollen, dass die Attentäter gefaßt würden und dann eventuell alles verrieten. Deshalb hätten sie eine frühzeitige Detonation der Sprengsätze geplant. Die Täter selbst hätten Parktickets und Rückfahrscheine gelöst, was dafür spreche, dass sie versuchen wollten zu entkommen. (Deutschlandfunk, 17.7.)
LONDON (Reuters) - Police have not yet definitively established that four men who carried bombs on to London's transport network intended to die in last week's blasts, a Scotland Yard spokesman said on Saturday. He was commenting on a report in the Daily Mirror newspaper suggesting the bombers, who all died in the July 7 explosions, may have thought they had time to get away after planting the devices. (16.7.) Yahoo NewsWaren es Selbstmordattentäter oder nicht? 9.7.: Es waren keine Selbstmordanschläge. Man geht von Zeitzündern aus. Das sind beides Aussagen, die nicht vorläufig, sondern recht sicher klingen. Die SZ berichtet über islamische Hassprediger in London, ohne dass es belastbare Hinweise dafür gibt, dass Islamisten hinter den Anschlägen stecken. 14.7.: Es wird ohne Relativierung von Selbstmordattentätern gesprochen, ohne dass erklärt wird, wie man das so genau sagen kann. Schließlich waren zwei Tage vorher erst zwei Opfer identifiziert. Das gibt Hinweise darauf, wie zerstört die U-Bahn-Wagen und die menschlichen Überreste sein dürften. Es wird auch nicht begründet, wodurch sich innerhalb von fünf Tagen die andere Auffassung ergeben hat. 17.7.: Vielleicht waren es keine Selbstmordattentäter. Wie wurden die Attentäter identifiziert? Angeblich führten Fingerabdrücke von der Bombe zu ihnen. Warum gibt es überhaupt Fingerabdrücke auf der Bombe? Mit Latex-Hanschuhen sollten sie doch vermeidbar sein. Und wenn die Attentäter "clean skins" waren, also polizeilich noch nicht erfasst, wie konnte man ihnen dann die Fingerabdrücke so schnell zuordnen?
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bisher 2 Kommentar(e)
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bloggnjus
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(17.7.05 16:56)
Der Gipfel ist meiner Meinung nach hat der Artikel: Politeness in the photocopier queue is why we're losing the War on Terror http://www.timesonline.co.uk/article/0,,21129-1691644,00.html wer das gelesen hat lässt alle Hoffnung auf eine objektive Berichterstattung der britischen Medien ein für alle mal verschwinden
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(22.4.12 05:22)
mulberry handbags sale - google.com/svwile,http://marlowe.20six.de/marlowe/art/266376/Berichterstattung-uber-Londoner-Anschlage-Wie-tief-konnen-eigentlich-die-journalistischen-Standards
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